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Bergfest…..

Fröhliche Grüße aus dem fernen Indien nach Hause, und zuallererst möchten wir uns für all die lieben und herzlichen Wünsche und Grüße  bedanken, die wir aufnehmen wie „Schwämme“!  Wir freuen uns über die Herbstfärbung in  Deutschland und sehen es wehmütig in unseren Gedanken, weil wir dieses Naturschauspiel außerordentlich lieben und uns bewusst wird, das wir dieses Jahr davon nicht partizipieren werden.

Freitag 16 Uhr : pünktlich Feierabend, das ist auch besonders schön für unsere Mitarbeiter, die nun noch über eine Stunde Weg nach Hause haben um dann ihre Familien zu bekochen und etwas Freizeit zu haben.

Diese Woche war wiederrum angefüllt mit vielen, vielen Patienten,  Malaria, akut hochfiebernd – erschreckend wie krank diese Menschen sind und erscheinen  –  Typhus, Rattenbiss am Finger eines schlafenden Kindes, Verbrennungen – der Sari einer Großmutter durch eine Kerze entflammt, immer wieder Tuberkulose durch alle Altersgruppen und schwer herzkranke junge Menschen durch rheumatisches Fieber, für die wir leider nichts mehr tun können, weil das Geld für die notwendige  Herzoperation nicht zur Verfügung steht. Diese  Grausamkeit wird uns bewusst und es lähmt, wenn wir diesen Menschen in die Augen sehen……..aber wir müssen immer weiter machen, kommen wir dann am Abend zur Ruhe hängen wir in unseren Gedanken und können wenigstens darüber miteinander sprechen ….!

NUN….es ist die Hälfte der Zeit rum: und es kann nicht anders sein – wir wollen raus aus dem Slum: dem Dreck, dem Gestank und dem Krach….. und zur Feier des Tages geht es mit unserer ganzen Truppe ab ins DARJEELING  mit Blick auf das Himalayagebirge!!!

Das Wetter wird als wunderbar vorausgesagt, wir hoffen auf tolle Sicht  am Tiger Hill im Morgengrauen, wenn sich der Himmel über dem drittgrößten Berg der Erde – dem Kanchenjunga – erst langsam rot, dann rosa und schließlich gelb entfärbt. Frühes Aufstehen macht uns nix und gegen die empfindliche Kälte sind wir hoffentlich genügend gewappnet. Bei guter Sicht soll sich sogar der Mount Everest zeigen—–und wir sind der Meinung – das haben wir verdient!!!  Teeplantagen, Düfte, stundenlange Spaziergänge, Maite möchte sogar mit einer Familie pflücken gehen, hat sie zumindestens fröhlich

...nur Husten und Fieber......Blumenmädchen

behauptet – wir werden sie erinnern und dann am Montag wieder abholen….!

Wir haben den Montag frei, denn hier ist wieder Feiertag, fröhliche Menschen  sind das schon, erstaunlich bei all dieser ächzenden Armut. Ein guter Grund nicht hier zu sein, da auf der nahen Hauptstraße schon mehrere Sandhaufen aufgeschüttet sind, auf dem dann rituell Kühe, Ziegen und Dromedare  geschlachtet werden, die sie teilweise schon seit Tagen abends lachend und johlend durch die Gassen treiben. Es ist ein  muslimisches Opferfest  und jede Familie sollte eines bringen, das Krankheit und schwere Schicksalsschläge  Abstand halten.  Nun stehen diese armen Tiere hier überall rum und harren der Dinge, die da mit Sicherheit kommBlick aus der Ambulanzen – furchtbar für uns zu sehen.  Bis bald!   Wir Beiden aus Kalkutta

5 Kommentare

  • Angelika Benkenstein

    1

    Liebe Ina, es ist ja nicht zu glauben dass Du schon wieder 3 Wochen fort bist, wie schnelllebig unsere Zeit doch ist. Ich bewundere Deine Stärke, wie Du bei all den nicht nur guten Eindrücken die Balance halten kannst. Während es hier um unfassbare Billionen geht, erlebst Du, das die Menschen auch ohne viel zu HABEN, zufrieden sind. Ich wünsch dir noch gute Erlebnisse und dass sich die Vorstellungen, die Dich nach Kalkutta geführt haben erfüllen. Mir wünsch ich 3 weitere schnelle Wochen. Sei lieb umarmt von Deiner Gela

  • Helmut Picker

    2

    Liebe Frau Dr. Tunze, liebe Ina, die allerherzlichsten Grüße aus dem fernen Europa und einem herrlichen "Indian Summer" von Ilona und Helmut! Wir bewundern Eurer Engagement und den Mut, solch einen Einsatz durchzuführen. Gleichwohl können wir uns vorstellen, dass die Erlebnisse und Eindrücke Amplituden zeigen, die wir in unserer heilen Welt nicht (mehr) kennen. Eine große Lebenserfahrung, deshalb beneiden wir Euch auch ein wenig! Für die verbleibende Zeit viel Glück und Erfolg!

  • Victoria

    3

    Hallo Bettina, dieses Tagebuch liest sich wie ein spannender Roman, es kommt keine Langeweile auf und alles klingt unbegreiflich. Ich ziehe den Hut vor dir und deinen KollegINNen, wünsche euch viel Kraft und Durchhaltevermögen! Wir vermissen dich hier sehr und freuen uns, wenn du bald gesund und munter wieder im, so wie es bis jetzt aussieht, spätherbstlichen Deutschland landest. Auf dass ihr noch viele Lächeln in die Gesichter dieser armen Menschen zaubern könnt! Ganz liebe Grüße aus Colditz

  • Karla u.Uwe Böttger

    4

    Hallo liebe Frau Dr.Tunze und Kollegin Ina,die allerherzlichsten Grüße aus der Heimat,bei herrlichem Herbstwetter übermitteln euch Karla u.Uwe Böttger.Wir bewundern Euren Mut so eine Aktion durchzuziehen,und sind immer überdas Tagebuch informiert,wie es Euch geht und wie viele Bewohner ihr schon medizinisch behandelt habt.Wir wünschen Euch noch für die verbleibenden 3 Wochen viel,viel Kraft gesundheitlich alles gute und einen guten nachhauseflug bis dahin verbleiben,wir mit den besten grüßen Karla und uwe

  • Bernd u Nadine Reichardt

    5

    Liebe Frau Dr. Tunze und Kollegin Ina, mit großer Aufmerksamkeit lesen wir in regelmässigen Abständen Eure Tagebucheinträge. Wir bewundern Euren Mut und besonders die Hilfe, die Ihr den Menschen vor Ort entgegenbringt und denken, dass es für Euch nicht immer leicht ist , das Erlebte zu verarbeiten. Für die restlichen Wochen, wünschen wir Euch weiterhin viel Kraft, Durchhaltevermögen und vor allem Gesundheit . Viele Grüße aus dem herbstlichen Leipzig wünschen Euch Bernd Reichardt und Tochter Nadine Reichardt. Wir hoffen, dass Ihr einen angenehmen Rückflug in das weihnachtliche Deutschland habt.

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