Archiv

Kurzurlaub

Nun der sicher schon erwartete Bericht von unserem Ausflug in das Himalaya.

Darjeeling ist mehr als nur eine weltbekannte Teesorte! Das steht so im Reiseführer und wir können dies nur bestätigen.

Nach einer entspannten Reise mit dem Nachtzug und einer 3-stündigen holprigen Jeeptour erreichten wir Samstagmittag die Stadt. Die hochsommerlichen Temperaturen und leider auch die Sonne schwand mit zunehmender Höhe. Darjeeling ist eine 110.000 Einwohner zählende Stadt und liegt auf 2134 m Höhe. Sie zieht sich über mehrere Kilometer entlang eines Steilhanges.

Sofort begannen wir die Stadt zu erkunden. Auch hier gab es überall ein geschäftiges Treiben aber auffallend war die Freundlichkeit der Menschen, die zu einem Großteil den Bergstämmen des Himalaya entstammen. Die unteren Stadtviertel verbindet mit den oberen Geschäftsvierteln eine kaum durchschaubare Zahl an Gassen, Treppen und Winkeln. In der Oberstadt gibt es noch viele Villen aus der Kolonialzeit.

Mit der Dunkelheit gegen 17 Uhr wurde es auch sehr kalt. Wir fühlten uns dem typischen Novemberwetter in Deutschland sehr nah. Vor Kälte bibbernd kauften wir uns auch gleich Handschuhe und Mützen und zogen uns bald in unser Hotel zurück, um uns am Kamin zu erwärmen.

Der Sonntagmorgen empfing uns nicht minder freundlich-Wolken, Regen, Grau. Von den Bergen des Himalaya  nichts zu sehen. Trotzdem ließen wir uns nicht entmutigen und fuhren auf den Hausberg, den Tiger Hill. Die Aussicht war natürlich enttäuschend. Aber wir genossen die Ruhe, frische Bergluft, die fabelhaften Aussichten in die durch Nebel und aufsteigende Wolken zauberhaft aussehenden Zedernwälder. Wanderten vorbei an vielen kleinen hinduistischen Tempeln talwärts zum Ghoom Kloster, einem buddhistischem Monostry aus dem 19 Jahrhundert. Zufällig wurden wir Zeuge eines Bestattungszeremoniells. Ein sehr alter Priester las aus den alten Tafeln und durch die leise, schwache Stimme hatte es den Anschein, er gibt nur ein paar beruhigende sanfte Melodien von sich.

Der anschließende Besuch des „Happy Valley Tea Estate“ brachte uns nicht den erhofften Aufschwung, da alle schon zum sonntäglichen Feierabend gegangen waren. Nun zog es uns nur noch in die Wärme. Leckere Lassi, Momos (Reistaschen mit veget. oder Fleischfüllung) und ein heißer Darjeelingtee erwärmte uns am Abend.

Blick aus der 8000 er !!!!!

 

Am Montagmorgen sollten wir für unsere Geduld belohnt werden. Sicher auch durch die inständigen Bitten unserer allerliebsten Hotelbesitzerin, dass das Wetter doch für uns besser werden möge. Wir erwachten bei strahlend blauem Himmel. Der erste Gang war zum Fenster und nun öffnete sich ein unglaublicher Blick auf die Riesen des Himalaya. Das Massiv des Kachenjunga, dem drittgrößten Berg der Erde, lag sonnebadend vor uns. Traumhaft, unvorstellbar, überwältigend. Selbst die unzählige Bilderzahl auf der Digitalkamera kann dieses Naturschauspiel nicht einfangen.

Gegen 8 Uhr starteten wir Richtung Flughafen und planten noch einen Besuch auf einer anderen Teeplantage. Die Fahrt mit dem Jeep, bei herrlichstem Sonnenschein, mit immer neuen Perspektiven, in die Berge und Täler, durch die farbenfrohen Bergdörfer, entlang von Teeplantagen war eine Urlaubsreise. Gedankenversunken genossen wir die Buckelpiste. Bei dem Zwischenstopp konnten wir dann auch den Teepflückerinnen bei ihrer schweren Arbeit zuschauen. Sie pflücken immer nur die obersten Triebe bestehend aus 3 zarten Blättern. Und dies über 8 Stunden täglich. Dann müssen sie mindestens 8kg gepflückt haben um dafür 90 Rs. (1,60€) Lohn zu erhalten!

Gegen 18 Uhr kamen wir wieder in unserem Home an. In unserer Straße lag ein Stapel von unzähligen, frisch abgezogenen Tierhäuten. Noch ein guter Grund mehr verreist gewesen zu sein. Heute Nacht schrieen die Schaafe herzzereissend vor unserem Fenster. Sie weinten um ihre Lämmer…

0.45 Uhr -nun ist Ruhe eingekehrt. Wir gehen nun schlafen. Eine gute Nacht.

 

2 Kommentare

  • Anja Schmidt-Wisniewsky

    1

    Hallo Frau Dr. Tunze, Ihr Praxisteam war so nett und hat mir die Web-Site für Ihr Tagebuch gegeben. Als ich es zu Ende gelesen hatte, standen mir die Tränen in den Augen. Tief gerührt, fassungslos über Situationen die uns allen eigentlich bekannt sind. Ich bewundere Ihr Engagement und hoffe und wünsche Ihnen dann eine gesunde Heimkehr. Sehr geehrte Frau Dr. Lipp, auch Ihnen meine Bewunderung für Ihr Engagement. Durch den Pflegedienst Löwenherz und die Betreuung meines Vaters Peter Wisniewsky, habe ich Sie zwar nur aus der Ferne kennengelernt und ich hoffe auch für Sie, dass Sie gesund und um viele Erfahrungen reicher nach Hause zurückkehren. Herzliche Grüße aus dem derzeit herbstlich kühlen aber sonnigen Leipzig Anja Schmidt-Wisniewsky

  • Dr.Schwarzbauer

    2

    Meine liebe Bettina, eben wolltew ich ´Dich anrufen, aber die Leitung ist besetzt. Nun ist die Zeit in Kalkutta bald vorbei, und Du bist sicherlich auch selbst gewachsen an dieser schwerern Aufgabe. Paß auf Dich auf! Ich habe Dich lieb, Deine Mutti

Einen Kommentar schreiben

* gekennzeichnete Felder bitte ausfüllen