Tagebuch

Unterwegs nah und fern

Wenn er echt wäre..........

Wenn er echt wäre……….

Bettler auf der GT-Road l

Bettler auf der GT-Road l

....nach 4 Stunden Fahrt durch holprige , laute Straßen

….nach 4 Stunden Fahrt 

Reissigsammlerinnen am Gangesdelta

Reissigsammlerinnen am Gangesdelt

-leider verspätet , das Weltnetz hatte uns verlassen ………

 

 

 

 

 

 

…In der Ferne waren wir am vergangenen Wochenende. Die Sunderbans sollten uns Erholung und Abwechslung bringen, aber bereit  der Start verlief verzögert: 1,5 Stunden Verspätung , wartend auf der vielbefahrenen Andul Road . Das schlauchte schon heftig , aber  unser  Fahrer hatte es wohl verschlafen. Muss man einfach hinnehmen . Dann fuhren, nein eher schlängelten , wir uns ohne Airkondition 4 Stunden durch die Straßen, bis wir in Gadhkali im Norden der Sunderbans ankamen. Selbst die frischen Kokosnüsse konnten unsere Erschöpfung wenig anheben. Bei der folgenden 1 stündigen Bootsfahrt zu unserer Lodge erhofften wir endlich etwas Ruhe zu finden, aber wir hatten nicht mit weiteren Mitfahrern , einer lauthals schreienden indischen Sippe , auf dem Boot gerechnet.
Die Krönung kam dann , als wir das Zimmer in unserer Lodge sahen.Heerscharen von Touristen lagen vorher in den Laken und legten ihr Haupt auf die Kissen , können Sie ja auch – wir hätten aber eben gerne frische, saubere…….Die entleerten Wasserflaschen häuften  sich in der Ecke – über das Bad möchten wir nicht sprechen . Verständinsslos brachte der Herbergsvater so einiges in Ordnung und wir beschlossen zu bleiben. – ging eh nicht anders , wir befanden uns auf einer Insel , hatten keinen Schlüssel für das Boot und die Dunkelheit brach herein.
Aus der Vogelbeobachtungsfahrt wurde natürlich aufgrund der verspäteten Ankunft und der frühen Dunkelheit ( 17 Uhr)auch nichts. Man bemühte sich sehr unsere Stimmung wieder zu heben und hatte ein kleines Beiboot mit, in welchem wir wenigstens 20 min die Ruhe und Natur genießen konnten.nach einem Glas indischen Wisky, ergaben wir uns dem Frust und fielen erschöpft ins Bett .Ab 7 Uhr morgens begann dann die Bootsfahrt durch die Sunderbans und die ergebnislose Suche nach dem Tiger. Wenige Tage davor waren 2 Fischer von einem Tiger getötet und gefressen worden! Interessant war, dass die Tiger 4-5 km durch die Flusslandschaft schwimmen, um in die Dörfer und somit zu Beute zu kommen.
Aber die einsetzende Flut machte Tierbeobachtungen nicht möglich.Den Tiger sahen wir nur auf einen großem Plakat und Bettina schickte das Foto auch gleich als Joke weiter. ?
Außer ein paar Schlammspringern , Krabben , Affen , Moskitos und Eisvögeln sahen wir keine lebendigen Tiere. Es war dann trotzdem sehr entspannend durch die Mangroven zu schippern , wir hatten Zeit unseren neuen und netten Kollegen Robert kennenzulernen und wir tankten Sonne und Energie für die neue Woche .
Am Montag fuhren wir nach unserer Arbeit zum Optiker in die G.T. Road ( Grand Trunk Road) nach Shipur . Diese Gegend kennen wir noch sehr gut, waren wir doch dort 2011 „zu Hause“!
Es herrscht eine so quirliges Treiben , hunderte von Menschen laufend , gestikulierend , schreiend , fahrend , schweigend , verkaufend ……und trotzdem fühlen wir uns wohl.Die GT Roud ist die „Transamerica“ des indischen Subkontinentes. Sie ist die älteste und mit 2500km die längste Fernstraße .Sie startet in Parkistan ,führt über Delhi, Varanassi nach Kalkutta und endet in Sonagaron in Bangladesh.Für uns ist es aber mehr eine Geschäftsstraße , denn wir besuchten neben der „Eye clinic“ , den Taylor und die Stoffläden. Und inzwischen bewegen wir uns zwischen all den hupenden Bussen, Rikschas , Mororrädern, Kühen, Hunden,Radfahren und rollenden Bettlern auf der Straße völlig furchtlos …
Es berührt uns sehr , auf so einer Nationalstraße zu sein m hoffen aber ein jedesmal diese heil zu verlassen ……

bis bald

Eure Ina und Bettina

 

2 Kommentare

  • Margit Irmscher

    1

    Liebe Frau Dr. Tunze! Ich verfolge auch dieses Mal wieder Ihre Eindrücke und Emotionen aus Ihrem Tagebuch aus Kalkutta. Ich danke Ihnen, das wir auch in Leipzig einen kleinen Einblick von Ihrem Aufenthalt haben dürfen. Es sind nicht nur die harten Fakten die uns erschrecken,aufhorchen lassen. Durch Ihre realen Schilderungen ,können wir zu Hause mit riechen,hören, lächeln. Die tollen Photos runden das Ganze sehr gut ab. Dankeschön! Bald ist 1. Advent und Ihr Einsatz macht uns nachdenklicher. PS.: Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, dieses wissenswerte und doch unterhaltsame Tagebuch -als Buch zu veröffentlichen? Bis auf ein gesundes Wiedersehen! Margit Irmscher

  • Claudia Sehmisch

    2

    Liebe Bettina, jetzt sind es nur noch wenige Tage und die Zeit ist schon wieder um. Es hat wieder viel Spaß gemacht Eure Berichte zu lesen und "dabei" zu sein. Vielen Dank. Ich freue mich auch sehr auf weitere mündliche Berichte ;-). Jetzt erst mal noch viel Kraft für die letzten Tage. Liebe Grüße auch an Ina. Claudia

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