Tagebuch

Meine neuen Ambulanzen

hinter der Ambulanz in Tikia para

hinter der Ambulanz in Tikia para

Drachensteigen auf dem Müllplatz an der Forshore Road

Drachensteigen auf dem Müllplatz an der Forshore Road

wartende Patienten in Chengail

wartende Patienten in Chengail

Sorry, leider konnte ich diesen Beitrag erst heute ins Netz stellen, da wir seit 1 Woche kein Internet zur Verfügung hatten.Nun bin ich nach einiger Aufregung und Stunden bei unserem Simkartenexperten Singh endlich Besitzer eines HOTSPOT und autark!!!

Sonntag, 8.10.17 , die erste Woche ist beendet.Die ersten Erlebnisse in den neuen Ambulanzen verarbeitet, neue Übersetzerinnen mit viel Freude ob ihres Einsatzes für die Patienten und ihrer sozialen, wie fachlichen Kompetenz schätzen gelernt und mit den Kollegen einiges analysiert, diskutiert und sich vor allem zusammen eingelebt .

Der Montag in der Forshore road war wie jeder erster Tag im Projekt sehr aufregend. Hoffentlich übersehe ich nix, denke an die Besonderheiten der Vitamingabe und Wurmprophylaxe, leite die Patienten in die richtigen Krankenhäuser oder Fachambulanzen etc.Meine Übersetzerin Tazilla machte  mir den Start sehr leicht.Dafür war ich ihr sehr dankbar. Auch war die Patientenzahl sehr gering , nach den ganzen Feiertagen . Am Dienstag ging es zusammen mit Dieter , Sabine einem Teil des Teams mit dem Zug nach Chengail, in den Nordwesten von Kalkutta. Man fährt zunächst ca 30 min mit dem Zug übers Land , es kommt Ferienstimmung auf.Das Wohngebiet schein strukturiert, die Menschen leben in Hütten ,ein Zentrum der Juteproduktion.Die Ambulanz liegt fast schon idyllisch unter großen Bäumen in einem kleien Haus mit gemauerten Wänden.Die Patienten sind geduldig .Hier hatte ich Djuma als Übersetzerin, ein wahrer Diamant . In Ihrem selbstständigem Tun ,Wissen und auch Wissbegiehrigkeit entspricht sie unserem Bild einer NÄPA.

Ich freute mich schon auf den nächsten Tag in Tikia para mit ihr.Dort ist wohl der schrecklichste Slam -aus meinem Empfinden,, in welchen wir tätig sind. Die Hütten, wie unsere Ambulanz liegen zwischen den Bahngleisen und einer viel befahrenen Strasse, umgeben von Müllplätzen und Schlammplätzen, wo Menschen wie Goldsucher  in den Drecklachen nach Kupfer schürfen.Unsere Patienten  sind geprägt von diesem Umfeld: Die Ärmsten der Armen.Viele Hauterkrankungen, Infektionen, mangelernährte Kinder…Heute kam eine Mutter mit einem 3 jährigen handicapet Child mit einem Gewicht von 6500g! Ein Geschwisterkind ebenfalls gehandicapt ,  hatte sie noch zu Hause. Ich freute mich wirklich sehr, als sie am Freitag wieder in der Ambulanz erschien , um  mit ihrem Sohn auf das children ward in unserem Haus zur weiteren Therapie und vorallem auch zur Unterstützung zur Einleitung des Niramaya Programms -ein stattliches Programm für Schwerbehinderte ,  zu kommen.

Mittlerweile ist auch die Zahl der chronisch Kranken in allen Ambulanzen  gestiegen. Besonders die vielen Diabetiker ohne Übergewicht sind auffallend.DieEinstellung auf Mischinsulin ohne  regelmäßige Blutzuckerkontrollen ,fragwürdiger Lagerung des Insulins unter dem Bett bei über 30 Grad werfen da schon viele Fragen auf über die Sinnhaftigkeit der Therapie. Die Frage stellt sich immer aufs neue und die Entscheidungen werden nachjustiert werden müssen.

Dies ist ja auch unser Alltag in der heimischen Praxis:))

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