Tagebuch

Diabetes und Diwali

Das Erwärmen des chinesischen Ballons

Das Erwärmen des chinesischen Ballons

Modern Art of Kali

Modern Art of Kali

Kali Tempel zu happy Diwali

Kali Tempel zu happy Diwali

 

 

 

 

 

Wie passt das denn zusammen?

Am Donnerstag begann das traditionellen hinduistische Lichterfest.Es soll bis zum Sonntag dauern.Am Vorabend sahen wir schon von unserer Dachterrasse die mit  Lichterketten geschmückten Häuser und entschlossen uns diese genauer zu inspizieren.Unser Spaziergang führte uns durch die dunklen Gassen zwischen den kleinen Häusern die uns durch die zauberhafte Lichtdekoration ,manchmal auch durch kleine Kerzen in den Fenstern oder vor den Türen , in adventliche Stimmung versetzte.

Die freundlichen Menschen in den Gassen grüßten uns mit einem „Happy Divali“,  in einigen Häusern standen mit Blumen und Lichtern geschmückte kleine Altäre mit Abbildungen von einer Kali oder selber gebaute figürliche Darstellung ,klassisch oder in „Modern Art“. Die vielen Lichter gaben uns Einblicke in die Hütten und das Geschehen  darin. Vor einem besonders prächtigen  und reich geschmückten Haus begrüßte uns ein junges 12 -jähriges Mädchen, welche sehr gut englisch sprach . Sie lud uns in das Haus und zeigte uns voller Stolz die reich dekorierte Kali im Vorraum . Die ganze Familie kam aus den Räumen und lud uns zum gemeinsamen Feiern am Freitagabend ins Haus ein. Es war eine sehr herzliche ,liebenswerte Begegnung .Leider regnete es am Freitag  diesem  so sehr, dass wir uns nicht durch die überfluteten Gassen wagten und diese herzliche Einladung nicht annehmen konnten.

Das Verschenken von Süßigkeiten ist ein weiterer Brauch zu Diwali . Dabei sollte man wissen , dass es wohl nix süßeres gibt als diese Naschereien in Indien…In meinem  Gepäck hatte ich noch verschiedene Haribotüten und so wir beglückten wir die Kinder im Pushpahome mit Schlangen, Bärchen und anderen süßen Getier!Wie dankbar und glücklich sie uns mit ihren tiefbraunen Augen über diese unerwartete , bescheidene Zuwendung anstrahlten.

Den eigentlichen Feiertag , den Donnerstag ,verbrachten wir vormittags gemeinsam mit Tobias, welcher uns über die neuen Versorgungsstrukturen der Diabetespatienten im Projekt informierte. Der Diabetes als eine der großen Seuchen Indiens…über Diwali sicherlich noch explosionsartig angestiegen:))) Er belastet auch die Arbeit in unseren Ambulanzen.Diese chronisch kranken Patienten müssen aller 4 Wochen dort erscheinen , um ihre Medikamente zu erhalten. Bei steigender Zahl der Diabetiker , steigt auch die zahl der dauerhaft und regelmäßig zu versorgenden Patienten. Diesen Patientenansturm und Versorgungsbedarf sind wir häufig nicht gewachsen und die Patienten sind letztendlich nicht kontinuierlich versorgt. Die andere Seite ist, dass die indische Regierung inzwischen erkannt hat, welche gesundheitlichen Probleme und Kosten aus dieser Seuche erwachsen. In Delhi besteht  inzwischen bei  jeden zweiten Übergewichtigen ein Diabetes .

In den Ambulanzen der Unikliniken in Kalkutta werden mittlerweile auch Diabetiker kostenlos mit Medikamenten versorgt.Deshalb ist es jetzt unsere Aufgabe  die Patienten in  die Ambulanzen zu leiten.Das bedarf natürlich auch eines erhöhten personellen Aufwandes , da die Patienten dort hinbegleitest werden müssen.Ab Montag soll diese Umleitung der Versorgung beginnen. Hoffen wir, dass es uns gelingt , die Patienten darüber aufzuklären ,um  ihnen nicht das Gefühl des Abschieben zu geben.

Ich finde es wichtig und gut, wenn wir die neuen Versorgungsstrukturen der indischen Regierung dankbar annehmen und uns damit  mehr Kapazität für nicht – oder unterversorgte Patienten schaffen.

Der Donnerstagabend war geprägt von den schallenden Klängen der Musikboxen und dem Silvesterabend gleichenden Knallereien  über dem Himmel von Kalkutta und Howrah. Mit Gelassenheit betrachteten wir die leuchtenden chinesischen Ballons  am Himmelszelt.Auch wir zündeten natürlich einen von unserer Dachterrasse.

Mit Wunderkerzen brachten wir noch die Kinderaugen im Pushpahome am Abend zum Strahlen mit Begeisterung , Freude aber auch Umsicht zündelten wir sie gemeinsam im Innenhof .Es war auch für uns so beglückend , die Freude erleben zu dürfen.

Der nächtlich Regen erstickte das Feuerwerk auf den Straßen, so dass wir gut schlafen konnten!

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