Tagebuch

Lebensunwürdig

Tikiapara ist für mich ein Vorort der Hölle.Es ist unfassbar-wie menschenunwürdig dort doch Leben existiert.Es ist für mich nicht zum Aushalten und doch gibt es dort Kinderlachen zwischen all dem Dreck, Staub, Müll, Lärm und Elend.

Jeden Mittwoch sind wir mit unserer Ambulanz Wand an Wand mit den Hütten.Unsere gemauert und das Dach scheint für kurze Regenschauer dicht.Die Hütten der Slambewohner bestehen aus Holzpflöcken, welche durch Stricke, Tücher, Folien nd manchmal Wellblech verkleidet , überdacht sind.Hütte an Hütte ohne Licht,Toiletten.Gekocht wird von den Frauen vor den Hütten, wenn es nicht regnet, ansonsten werden die Kinder auch noch geräuchert in den winzigen Über-Lebenszellen. Kein Wunder, dass  sie ständig Atemsweginfekte haben oder Asthma entwickeln,neben den ganzen anderen Infektionskrankheiten.Das Leben der Kinder zwischen einer dichtbefahrene Strasse und den Bahngleisen also auf 10 -15 m Breite ist unvortellabr.Gestern sahen wir , wie die Kindern mit ihren vollen Säcken vom Müllplatz kommend , aus dem fahrenden Zug sprangen. Der „Landeplatz “ ist schon präpariert :kleingehackte Kokosnussschallen auf dem Schotter des Gleisbettes.Selbst entgegenkommende Züge auf dem Gegengleis schreckten die Kinder nicht ab.Zwischen den Gleisen haben sie sich ein kleines Versteck eingerichtet, in dem sich die barfüßige Kindergang trifft , um danach mit ihren erbeuteten Müllplatzschätzen nach Hause zu ziehen.Als wär es das Normalste auf der Welt.

Ein nicht minder unvorstellbar  schrecklichen Platz besuchten wir zusammen mit unserem Kollegen Helgo und seinem Sekretär Sebastian vom gleichnamigen H.E.L.G.O. Kinderprojekt in Liluah an den Müllbergen.Bettina und ich waren 2015 schon einmal auf dem Müllberg und dem angrenzendem Dorf.Das Schulprojakt war damals geschlossen und hat nun zur Freude der Kinder,  wieder geöffnet. So hatte ich jetzt die Gelegenheit den Erfolg der  ausdauernden Mühen um die schulische Ausbildung der Kinder aus der Umgebung der  Müllbergen , zu besichtigen. Wie eine Oase liegt es zwischen den Hütten ,in denen die Menschen und Schweine sich den Lebensraum zwischen den ganzen Müll , Dreck und Gestank teilen müssen. Ich frage mich , wie diese  Menschen  diss aushalten. Kann man sich an Gestank adaptieren, so dass man ihn nicht wahrnimmt-sicherlich , sonst würde man dies nicht aushalten.Ich habe das Gefühl schizophren zu werden:ich sah viele Familie wie in einer gemütlichen , gemeinschaftlicher , dörflichen Atmosphere vor ihren Hütten sitzend und lachende , glückliche Kindern  tobten und spielten um diese herum. Neugierige offene Augen strahlen uns an, wollen fotografiert werden. Manche begrüßen herzlich Helgo, ihre Kinder werden durch sein Schulprojekt gefördert.Eine NORMALE  Welt!?Bilder vermitteln zum Glück nur die eine Dimension!Ich finde es großartig ,

Helgo und Sebastian in der Schuloase in Liluah

Helgo und Sebastian in der Schuloase in Liluah

Alltag am Müllberg in Liluah

Alltag am Müllberg in Liluah

IMG_8988

Die "Müllsammlergang" auf den Gleisen in Tikiapara

Die „Müllsammlergang“ auf den Gleisen in Tikiapara

wie Helgo mit seinem Projekt diesen Kindern an dem weltvergessenen Ort durch der Möglichkeit auf Bildung eine neue , bessere Lebenschance ermöglicht und das seit 30 Jahren..

Einen Kommentar schreiben

* gekennzeichnete Felder bitte ausfüllen